Impfung nur freiwillig

Pflegende wehren sich gegen Vorwurf Söders, Impfungen gegen das Coronavirus zu verweigern / „Sachliche und fachliche Aufklärung über den Impfstoff fehlt, um die Impfbereitschaft zu erhöhen“

„Die Impfung gegen Corona muss eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen Menschen bleiben, und das muss auch für die Pflegenden gelten“, sagt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, DBfK Südost e.V. Der DBfK als Vertretung beruflich Pflegender wehrt sich gegen die Aussage des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der eine Impfpflicht für Pflegende ins Gespräch brachte, weil sich Pflegende angeblich weigerten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Es ist einfach ganz schlechter Stil, die Probleme beim Impfstart jetzt den Pflegenden in die Schuhe schieben zu wollen. Pflegende kämpfen seit Monaten in der ersten Reihe gegen die Pandemie, gefährden dabei sich selbst und die Gesundheit ihrer Familien und bekommen jetzt auch noch den Kopf gewaschen. Das ist nicht fair“, so Dr. Marliese Biederbeck. Für solche Vorwürfe fehle es zudem an einer validen Datengrundlage.

 
Der DBfK ist gegen eine Impfpflicht, vielmehr braucht es eine breite fachliche und sachliche Aufklärung über den Impfstoff, die Wirkung und die Folgen. Nur mit ausführlichen guten Informationen lässt sich die Impfbereitschaft erhöhen. Daher begrüßt der DBfK die Initiative der Bayerischen Staatsregierung, eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft zu initiieren. „Hier unterstützen wir gerne als professionelle Vertretung beruflich Pflegender“, so Dr. Biederbeck weiter. Denn eines ist klar: Die Impfung gegen Covid-19 ist ein wichtiger Baustein, um die so genannte Herdenimmunität zu erreichen und damit gesundheitliche Risiken zu minimieren. Der Berufsverband für Pflegeberufe begrüßt es daher auch, dass Pflegende in die oberste Prioritätengruppe aufgenommen wurden. Viele Pflegefachpersonen haben diese Chance bereits genutzt. Sie sind selbst stark gefährdet und eine Impfung schützt sie, ihre Familien und die bedürftigen Menschen, die sie pflegen.