Ausbilden statt ausbeuten: das gilt für Pflegeauszubildende auch in der Pandemie

Gemeinsam mit Auszubildenden, Studierenden und angehenden Pflegepädagog/innen macht sich die AG Junge Pflege im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. für eine sichere Pflegezukunft stark. Dem Vorschlag von Minister Jens Spahn und Ministerin Franziska Giffey, Auszubildende bei der Testung in Einrichtungen einzusetzen, erteilt sie eine klare Absage.

Dieser Vorschlag nehme noch mehr Auszubildenden ihre berufliche Perspektive, so die AG Junge Pflege. Und die Motivation habe bei vielen ohnehin schon stark nachgelassen. „Bei den Auszubildenden herrschen großer Frust und Unsicherheit. Sie sind überlastet und fühlen sich überfordert, auch ohne diese zusätzliche Aufgabe. Sie gehören zu den Verlierern in dieser Pandemie. Sie werden allein gelassen und erhalten keine Anleitung. Sie werden bei Schutz- und Impfmaßnahmen nicht mitbedacht. Sie werden als Handlanger benutzt und erfahren nicht einmal Wertschätzung dafür.“, fasst Sarah Fliesgen (25), Gesundheits- und Krankenpflegerin und angehende Pflegepädagogin, die aktuelle Situation zusammen. Wenn Auszubildende immer dazu benutzt würden, den seit langem herbeigesparten Pflegepersonalmangel auszubügeln, werde diesen Beruf nach der Ausbildung kaum noch jemand ausüben und der Mangel sich weiter verschärfen.

Die AG Junge Pflege fordert statt einer weiteren Aushöhlung eine Stärkung der Rechte Auszubildender in der Pflege, wie sie auch in der neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung verankert seien. Dazu gehören insbesondere das Recht auf eine gute und strukturierte Ausbildung und das Recht auf Anleitung.